Ein smarter Plan

Ein smarter Plan

Ein smarter Plan 1000 715 Alte Schachteln

Wie kommt eigentlich ein digitaler Analphabet wie du dazu, einen Blog zu schreiben?“ war die liebenswürdige Frage einer Freundin, die mir offenbar überhaupt nicht zutraut, dass auch ich mit der Zeit gehen könnte. Als ob ich hinter dem Mond leben würde! Obwohl – ganz unberechtigt war die Frage nicht, ich muss es zugeben. Besonders internet-affin bin ich nicht, obwohl ich einiges von dem, was die neuen Medien zu bieten haben, wirklich schätze. Aber endlich ein „digital detox“ in Angriff zu nehmen, steht echt nicht als Nummer eins auf meiner To-Do-Liste. Abhängigkeit von Facebook ist keines meiner dringenderen Probleme, die asozialen Netzwerke können mir im Großen und Ganzen gestohlen bleiben, auch Instagram interessiert mich nicht. Mit großer Verwunderung habe ich neulich in der Zeitung über eine Journalistin gelesen, die ein sicher sehr lesenswertes Buch mit dem Titel „Unfollow! Wie Instagram unser Leben zerstört“ geschrieben hat und die, vermutlich als Ergebnis ihrer Recherchen über die destruktive Kraft von Instagram und Co, inzwischen „nur“ noch 300 (dreihundert!) Kanälen folgt. Wann findet die Frau die Zeit, sich die Zähne zu putzen? Naja, geht mich nichts an, muss sie mit sich selber ausmachen. 

Mein Leben zerstört Instagram jedenfalls nicht!

Um zum ursprünglichen Thema zurückzukehren: Meinen eigenen Blog zu schreiben, dazu bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Ich habe ein sehr ansprechend gemachtes kleines „Arbeitsbuch“ in die Hände bekommen, das sich „The Smart Plan“ nennt. Es ist in leicht zu lesendem Englisch verfasst, man braucht keine außerordentlichen Kenntnisse der englischen Sprache, um damit klarzukommen. In diesem Buch wechseln sich kurze Texte ab mit Fragen, die man gleich im Buch schriftlich beantworten kann. Es geht darum, herauszufinden, was man wirklich will, welche Veränderungen man eventuell anstrebt, welche Ziele man sich setzt und wie man diese Ziele dann in die Realität umsetzt.

„Eigentlich“ nichts für mich, dachte ich – obwohl ich quasi „von Berufs wegen“ häufig mit Fragen der Zielfindung und Lebensplanung befasst war, habe ich mich für mich selbst nie damit beschäftigt.

 „Wird sich schon alles zurechtruckeln“, 

könnte man als meine innere Haltung zusammenfassen. Seit Jahrzehnten eng mit einer Kölnerin befreundet, hat die kölsche Weisheit „Et kütt wie et kütt“ wahrscheinlich mehr Einfluss auf mich ausgeübt als die Warnung „Wer nicht plant, der wird verplant“. 

Nun hatte ich aber dieses hübsche kleine Buch in den Händen und, was soll ich sagen, ich verfiel der Versuchung und gab mich den Fragen hin. Raus kam jedenfalls, dass ich tief in meinem tiefsten Innern den Wunsch hegte, doch mal einen eigenen Blog zu schreiben. Und schon hatten wir den Salat!

In jedem einschlägigen Ratgeber kann man nachlesen, dass sich dem, der seine Ziele klar definiert hat, Möglichkeiten zeigen, die er ansonsten gar nicht wahrnehmen würde, Wege sich eröffnen, an denen man ansonsten achtlos vorbei gegangen wäre, Angebote wie von selbst kommen. Wer’s glaubt wird selig?! Mitnichten! Ganz harmlos und im Plauderton erzählte ich bei einem Besuch in Berlin meiner Schwiegertochter, die eine (wie Sie inzwischen selbst sehen können) sehr begabte Web-Designerin ist, dass ich das auch lustig fände, mal einen eigenen Blog zu schreiben, nicht nur für die dehner academy. 

Alteschachteln.online, das wäre doch ein prima Titel

wir Damen in der zweiten Jugend könnten uns ja ruhig mal trauen, offensiv mit den wenig schmeichelhaften Begleitumständen des Älterwerdens umzugehen. Wer hat nicht schon Ähnliches erlebt: Schwungvollen Schrittes, zufrieden mit meinem Äußeren,  stolz darauf wie gut ich noch beisammen bin, gehe ich über eine Straße, da sausen zwei Bengel knapp an mir vorbei und ich höre gerade noch, wie der eine dem anderen zuruft: „Pass doch auf, jetzt hättste beinah die Alte über den Haufen gefahren.“ Und der meinte mich!

Unternommen für das hehre Anliegen, den eigenen Blog auf die Beine zu stellen, habe ich: Genau nichts! Als ich zwei, drei Monate später wieder in Berlin war und natürlich Sohn und Schwiegertochter besuchte, überraschte sie mich mit: „Ach, ich habe übrigens mal so eine Vorlage für deinen Blog gemacht. Schau mal, so könnte das aussehen!

Sie hatte das Design schon quasi fertig!!! Da saß ich dann ganz schön in der Bredouille! Ich wusste es eigentlich schon immer: 

Nicht ich treffe meine Entscheidungen, meine Entscheidungen treffen mich. 

Diesmal mitten ins Schwarze! Dass meine Schwiegertochter sich so viel Arbeit gemacht und Mühe gegeben hatte, und ich mache einen Rückzieher? Nein, das hätte ich vor meinem Gewissen nicht verantworten können.

Also habe ich ernsthaft mit dem Blog angefangen und war selbst wirklich überrascht davon, wieviel Freude es mir von Anfang an gemacht hat. Es ist mir ein wichtiges Projekt geworden. Und das, obwohl ein Freund liebevoll gespottet hat, ob ich jetzt Influencerin werden wolle für den Vertrieb von Rollatoren und Hörgeräte.

Aber durch die Arbeit am Blog habe ich eine zentrale Aussage des Smart Plan am eigenen Leib bestätigt gefunden: „Der Smart-Plan-Prozess und die dazugehörigen Richtlinien, Tools, Übungen und der Tagesplaner ermutigen dich, ehrlich, mit Optimismus und Ehrgeiz, das zum Ausdruck zu bringen, was du wirklich erleben, tun und erfahren willst.“ Ein Projekt ganz für mich allein zu machen, ja, das erfüllt mich mit Stolz und Freude! (Wobei ich sehr gern dazuschreibe, dass ich ohne den technischen Support meiner Schwiegertochter, die sich sowohl fürs ins Internet stellen bereit erklärt hat, als auch für die optische Gestaltung ein unnachahmliches Händchen besitzt, aufgeschmissen wäre! Also von wegen „ganz allein für mich…“).

Und noch etwas hat sich bestätigt, das ebenfalls oft zitiert, noch öfter geglaubt und wahrscheinlich viel zu selten getan wird:

Es tut gut, die eigene Komfortzone zu verlassen und etwas Neues zu wagen.

Klar ist es unbequem, mit Unsicherheit, vielleicht Zweifeln, verbunden, und man muss sich furchtbar dafür aufraffen, aber wenn man es geschafft hat, ist es super!

Meine Damen (und Herren, versteht sich), es ist nie zu spät, sich auf etwas Neues einzulassen, einen alten oder neuen Traum zu verwirklichen, die eigenen Denkgewohnheiten und Glaubenssätze zu hinterfragen, den inneren Raum zu vergrößern, zu wachsen. Wer sich dazu Anregung holen will – also ich habe beste Erfahrungen mit dem Smart Plan gemacht! Wen es interessiert: Nähere Informationen dazu gibt es auf  www.thesmartplan.eu

4 Kommentare
  • Ich lese den Blog mit großer Freude ,viel Vergnügen , einigem Schmunzeln und auch mit Nach-denken.
    Danke Renate
    Isabel 65

    • Liebe Isabel, vielen Dank für diese nette Rückmeldung! Ich freue mich sehr, dass Ihnen die Beiträge gefallen und fände es natürlich auch sehr spannend zu erfahren, zu welchen Gedanken Sie angeregt werden. Vielleicht haben Sie ja irgendwann Lust, dazu etwas zu schreiben.

  • isch bin de kölsche Fründin und saje: et hätt noh immer jot jejange.

  • Brigitte Wächtler März 13, 2020 um 1:51 pm

    Liebe Renate,
    Du warst neulich verwundert, dass ein Jugendlicher den Freund aufmerksam machte, dass er „die Alte
    “ fast umgerannt hätte. Bleib ganz cool, das sagen Jugendliche bereits zu Dreißigjährigen . Wenn der Junge jetzt gesagt hätte: „Beinahe hättest Du jetzt die alte Frau umgerannt“, dann müsstest Du Dich vielleicht wirklich alt fühlen. Aber so….
    So dfferenziert ist immerhin die Sprache der Jugend.