Aus aktuellem Anlass: Ein Herz für Esel

Aus aktuellem Anlass: Ein Herz für Esel

Aus aktuellem Anlass: Ein Herz für Esel 846 605 Alte Schachteln

Auch wenn man es nach meiner never ending Story mit den Tauben vielleicht nicht so ohne weiteres glauben möchte: Ich habe ein großes Herz für Tiere. Also zum Beispiel Esel mag ich sehr, Esel sind bezaubernde Tiere, finde ich. Vielleicht nicht unbedingt im Umgang, da kann ich nicht mitreden, ich hatte noch nie einen, aber zum Anschauen. Oder nehmen Sie Kamele. Sind Kamele nicht ganz wunderbar, wenn sie mit diesem unnachahmlichen Gesichtsausdruck zwischen Indolenz und Erhabenheit, zwischen erkennbar völligem Unvermögen, die Situation zu durchblicken und einer, man kann es nicht anders sagen, Grandezza an Arroganz in eine Kamera blicken und einfach stoisch abwarten, was immer kommen mag, denn sie wissen, ihnen wird eh nichts geschehen…

Wie bin ich denn jetzt bloß darauf gekommen? 

Ist mir entfallen. Denn eigentlich wollte ich über den Scheuer Andi reden. Also ich find den sooo süß – mei, ist der net liab und ein so ein gutes Herz hat der Mann! Da haben sich Menschen, die um ihren Job fürchten, wenn sie wegen Rasen in Städten ihren Führerschein abgeben müssen, mit Tränen in den Augen und herzerweichenden Appellen an ihn gewandt, und der Scheuer Andi hat sofort eingesehen, dass eine so unangemessene Härte eines Rechtsstaats nicht würdig ist.

Kleiner Einschub 

Haben Sie übrigens das gewusst? Neulich wurde in der Zeitung geschrieben (und ich möchte betonen, dass ich seriöse Blätter lese und beziehe mich aktuell auf die „Süddeutsche“), dass durch die Corona- bedingten Einschränkungen, die Anzahl der Toten in Rom um knapp zehn Prozent zurückgegangen ist, im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum. Zurückzuführen ist das auf die geringere Anzahl an Verkehrstoten, aus Mangel an Verkehr. Leider stand in der Zeitung nicht, wie viele Kinder dadurch am Leben geblieben sind. Wäre ja auch mal interessant.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: 

Der Scheuer Andi will also sein Bestes geben, okay, das heißt jetzt nicht so arg viel, aber sei’s drum, der Engel der Verkehrssünder will diese unmenschliche Härte aus der Straßenverkehrsordnung tilgen, auf dass die Raser weiterhin unsere Kinder und jeden, der sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen kann, wir alten Schachteln zum Beispiel, an Leib, Leben und Gesundheit bedrohen können, ohne den Verlust ihres Jobs befürchten zu müssen. 

Die Logik ist absolut bestechend! Etwas wird verboten, respektive geboten und im Falle einer Zuwiderhandlung mit Strafe bedroht. Der Mensch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte verstößt dagegen. Es wäre ihm ein leichtes gewesen, die Regel zu beachten, denn in jedem Fahrzeug befindet sich so eine praktische Vorrichtung, in der Fachsprache „Tacho“ genannt, mit der man feststellen kann, wie schnell man gerade fährt. Um langsamer zu werden, dient die sogenannte „Bremse“. Der Mensch findet jedoch, dass die Regel gerade sehr ungelegen kommt und hält sich nicht daran. Man wird erwischt und folgerichtig bestraft. Och nee, das ist jetzt aber arg gemein! Und jetzt verliert man womöglich auch noch seinen Job, nur weil man so ein bisschen die Regel gebrochen hat? Andi hilf! Wir haben die Regeln doch nicht gemacht, also kann man uns doch nicht dafür verantwortlich machen, wenn wir sie nicht einhalten, oder? 

Und unser Andi hat ein Einsehen.

Ich finde, das hat Anerkennung verdient! Und nicht nur das, auch Nachahmung! Es gibt so viele Delikte, für die man sogar Hinter Schloss und Riegel kommt. Überlegen Sie einmal, was für eine Beeinträchtigung das im Berufsleben darstellt. Muss das sein? Das Justizministerium ist nun wirklich gefordert zu prüfen, ob da nicht ein dringender Handlungsbedarf besteht. Bei Diebstahl zum Beispiel, vor allem, wenn man erwischt wird, da braucht man sich doch in keinem Beruf mehr blicken lassen, außer bei der Bank vielleicht. Das ist doch eine unzumutbare Härte, dass man sich immer an die blöden Gesetze halten soll! Die Diebe und die Raser sind mit dieser Ansicht übrigen nicht allein, die Steuer-Kriminellen sehen das ganz genauso. 

Der Scheuer Andi macht doch vor, mit welcher Intelligenz und Initiative man gegen solche unzumutbaren Härten vorgehen kann, warum folgt ihm denn keiner? Man ist mal wieder sprachlos!

3 Kommentare
  • Ich freu mich immer, wenn die Namen so gut zu den Menschen passen. Bei mir heißt der auch nur noch der ,bescheuerte‘ Andi…

    • Ich mag solche Esel wie auf dem Bild auch gerne, nur, wenn ich in 2000 und wieviel m Höhe (links geht’s steil und tief bergab) auf dem Gr20 in Korsika einen Esel quer auf meinem Wanderpfad stehen habe, dann möchte ich ihn zum Teufel wünschen, aber wie!!!
      Was den anderen betrifft: wie ist der eigentlich zu dem Job gekommen?

  • Ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht – ich meine, wenn einer im Parkverbot parkt, kriegt er eben ’n Knöllchen, wenn jemand sich ’ne Knarre an den Kopf hält und abdrückt, ist er eben wahrscheinlich tot. Wieso darf der Scheuer denn gemachte Gesetze oder Gebote einfach wieder außer Kraft setzen? Dat dä dat darf!